Gehalt

Das kleine 1×4 des Einstiegsgehalts

Im Austausch mit Studierenden höre ich immer wieder, dass das Thema Gehalt zu den TOP-Herausforderungen beim Berufseinstieg gehört. Hier finden Sie einige Tipps und Lektürehinweise, um das Thema zu entstressen:

1. Recherchieren

Der erste Schritt, mit dem Sie sich der Thematik nähern können, ist eine Internetrecherche, was Absolventen generell in verschiedenen Bereichen verdienen. Fündig werden Sie beispielsweise bei der Süddeutschen, bei berufsstart.de, bei gehaltsreporter.de und bei Staufenbiel.

Wenn Sie einen ersten Überblick haben, können Sie individueller recherchieren – für Ihre gewünschte Position, Branche, Unternehmensgröße, Region etc. Dafür können Sie etwa den Gehaltsvergleich von absolventa.de, aber auch den Gehaltsanalyser von berufsstart.de verwenden.

Die Zahlen, die Sie recherchieren, werden wahrscheinlich voneinander abweichen. Aber Sie werden Ihnen ermöglichen, eine Bandbreite der möglichen Gehälter sowie ein ungefähres Durschnittsgehalt für die von Ihnen angestrebte Position zu ermitteln.

2. Entscheiden

Wenn Sie sich einen objektiven Überblick verschafft haben, können Sie Ihre eigenen Verhandlungsspielräume anhand des Rahmens definieren, den Sie ermittelt haben.

Definieren Sie eine Untergrenze, die Sie nicht zu unterschreiten bereit sind. Dieser Wert ist K.O.-Kriterium für eine Stelle.

Und definieren Sie eine Forderung, mit der Sie in Gehaltsverhandlungen einsteigen. Gehen Sie hier im Zweifelsfall lieber etwas zu hoch als etwas zu niedrig. Forderungen zu reduzieren ist in der Regel relativ einfach, solange sie innerhalb des marktüblichen Rahmens liegen. Ursprüngliche Forderungen zu erhöhen ist meist nicht mehr möglich. (Lesen Sie hierzu auch den Artikel von Svenja Hofert „Geschickt um Geld verhandeln: Den Ankereffekt nutzen„.)

Wenn in einem Stellenangebot um die Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung gebeten wird, können Sie im Bewerbungsschreiben auch eine Bandbreite nennen – beispielsweise 40.000 € – 45.000 €

3. Verhandeln

Das Thema Gehalt wird im Bewerbungsgespräch durch den Arbeitgeber angesprochen. Ihre Aufgabe ist es dann, eine Forderung zu nennen. Anschließend geht es im Gespräch darum, eine Einigung zu erzielen.

  • Tragen Sie Ihre Forderung sachlich vor, und untermauern Sie sie mit Argumenten.
  • Sprechen Sie immer vom Jahresgehalt. Damit vermeiden Sie Missverständnisse. Denn nicht alle Unternehmen zahlen ein 13. Gehalt.
  • Machen Sie die Aufgaben zum Maßstab, die auf Sie zukommen und zeigen Sie sich leistungsbereit.
  • Bei sehr abweichenden Vorstellungen könnte ein Plan zur Gehaltsentwicklung helfen, die Differenzen zu überbrücken.

Arbeitgeber wissen übrigens, dass Sie als Berufseinsteiger keine Erfahrung mit Gehaltsverhandlungen haben, daher können Sie in der Regel mit dem sogenannten „Welpenschutz“ rechnen. Das bedeutet, dass Sie normalerweise bei Ungeschicktheiten oder bei Fehlgriffen deutlich toleranter behandelt werden als berufserfahrene Bewerber.

4. Entspannen

In vielen Beiträgen zum Einstiegsgehalt und zu den Gehaltsverhandlungen wird angemerkt, welche große Bedeutung die Höhe des ersten Gehalts für die spätere Gehaltsentwicklung habe. Ein niedriges Einstiegegehalt stelle die Weichen für ein eher niedriges Gehalt auch im weiteren Verlauf der Karriere.

Ich teile diese Einstellung nicht. Natürlich sollten Sie sich vorbereiten und Ihr Gehalt gut so gut verhandeln, wie Sie können. Aber: Mit Gehaltsverhandlungen ist es wie mit vielen anderen Dingen im Leben auch. Je mehr Übung Sie bekommen, um so besser werden Sie darin. Entspannen Sie sich, wenn Sie sich vorbereitet haben. Verhandeln Sie jetzt einfach so gut, wie Sie jetzt können. Nehmen Sie anschließend das Ergebnis, wie es ist. Machen Sie Erfahrungen, und wachsen Sie daran. Ihr Gehalt wird allmählich mitwachsen.

Ausgewählte Links zum Weiterlesen:

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