Berufseinstieg

9 Leitgedanken für den Berufseinstieg

Ich habe neun Leitsätze entwickelt, die ich hilfreich finde, um den Berufseinstieg nach dem Studium möglichst leicht und systematisch zu bewältigen. Im Folgenden stelle ich Sie Ihnen kurz vor.

Sie bilden den gedanklichen Rahmen für ein Konzept, das ich im neuen Jahr in meinen Artikeln im Blog weiter ausführen werde. Außerdem werde ich dann schrittweise mein Konzept um konkrete Methoden, Tools und Anleitungen ergänzen.

Aber hier sind zunächst einmal die Leitsätze: 

1. Definieren Sie ein klares, konkretes Jobziel.

„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger.“, sagt Seneca. Wenn Sie nicht genau wissen, was Ihr Ziel ist (und was nicht!), dann ist es hauptsächlich vom Zufall abhängig, ob Sie eine Einstiegsposition finden, die gut zu Ihnen passt. Wenn Sie kein klares Ziel haben ist es auch kaum möglich, Bewerbungsunterlagen zu erstellen, die starkes Interesse bei Arbeitgebern wecken.

Ein klares und detailliertes Ziel beinhaltet Beruf/Position, Branche(n), Region(en), persönliche Werte, wichtige Rahmenbedingungen sowie Ihre Gehaltsvorstellung und das gewünschte Einstiegsdatum.

Ein klares Ziel steigert Ihre Erfolgsaussichten für einen leichten und schnellen Berufseinstieg erheblich.

2. Erstellen Sie aussagekräftige Bewerbungsunterlagen.

Laut Aussagen von Personalern sind bis zu 90% aller Bewerbungsunterlagen im Grund unbrauchbar, weil sie zu wenig aussagekräftig sind. Wenn Sie es anders machen als die meisten und sorgfältig gute Unterlagen ausarbeiten, können Sie also Ihre Aussichten auf ein Vorstellungsgespräch vervielfachen. Allein mit guten Unterlagen gehören Sie fast automatisch zu den 10% der besten Bewerbungen.

Einen guten Einstieg ins Thema Bewerbungsunterlagen finden Sie zum Beispiel bei Karrierebibel.de

3. Beginnen Sie sechs Monate vor dem geplanten Einstieg mit der Jobsuche.

Viele Absolventinnen und Abolventen finden innerhalb von drei bis sechs Monaten eine Stelle. Wenn die Dinge sich allerdings ungünstig entwickeln, kann sich die Jobsuche aber auch über neun oder gar zwölf Monate hinziehen. Ich empfehle, sechs Monate vor dem gewünschten Einstiegszeitpunkt mit der systematischen Jobsuche zu beginnen. Bei einer günstigen Entwicklung haben Sie dann zum gewünschten Zeitpunkt Ihren Job. Wenn sich die Suche schwieriger gestaltet als erwartet, dann bleibt die zeitliche Lücke ebenso wie die entstehende finanzielle Lücke überschaubarer und handhabbarer.

4. Machen Sie einen detaillierten Plan für Ihre Suche.

Definieren Sie Phasen zur Vorbereitung Ihres Berufseinstiegs. Legen Sie Meilensteine fest (Termine für den Abschluss einer Phase), und machen Sie sich klar, welche Ergebnisse Sie jeweils erreicht haben wollen.

Mögliche Phasen könnten sein: Ziel formulieren, Bewerbungsunterlagen erstellen, Bewerbungsstrategie erarbeiten, passive Stellensuche (Profile in beruflichen Netzwerken, Jobportalen und Stellenbörsen anlegen …), aktive Stellensuche (Bewerbungen auf Stellenanzeigen, Besuch von Jobmessen und Karriereevents, Initiativbewerbungen …)

Ein Plan bricht das große Vorhaben Berufseinstieg in kleinere, überschaubare Arbeitsschritte herunter.

5. Betrachten und managen Sie Ihre Jobsuche als Projekt.

Kaum ein Plan wird jedoch einfach so umgesetzt, wie er aufgestellt wurde. Zumindest bei komplexeren Vorhaben treten in der Regel unvorhergesehene Schwierigkeiten auf, die bewältigt werden müssen, und es können sich natürlich auch unvorhergesehene Chancen ergeben, die eine Abweichung vom ursprünglichen Plan notwendig machen.

Damit Sie auf dem richtigen Kurs bleiben, ist Projektmanagement ein geeignetes Mittel. Sie managen die Aufgaben, die Zeit, die Chancen und die Risiken aktiv. Sie achten darauf, dass Sie im Zeitplan bleiben, oder Sie korrigieren den Zeitplan, wenn neue Erkenntnisse das nahe legen. Sie messen Ihre Ergebnisse und Sie ergreifen Maßnahmen, um Risiken entgegenzuwirken und Chancen zu nutzen.

6. Bleiben Sie dran. Arbeiten Sie kontinuierlich auf Ihr Ziel hin.

Es ist wichtig, dass Sie regelmäßig kleine Schritte auf Ihr Ziel hin machen. Am besten arbeiten Sie jeden Tag dafür – an fünf bis sechs Tagen pro Woche. Wenn Sie an einem Tag sehr wenig Zeit haben, dann genügen bereits fünf Minuten, das schnelle Recherchieren einer Adresse, das kurze Checken von Stellenangeboten. Sie signalisieren sich selbst damit, dass Ihnen Ihr Ziel wichtig ist und dass Sie sich um den Berufseinstieg kümmern.

Wichtig ist auch, dass Sie regelmäßig Termine mit sich selbst vereinbaren, um größere Arbeitsschritte zu erledigen und Ihr Projekt voranzubringen.

Dranbleiben ist eines der Erfolgsgeheimnisse bei der Jobsuche, dessen Notwendigkeit und Wirksamkeit viele unterschätzen.

7. Bauen Sie ein Unterstützungssystem auf.

Wenn Sie Ihre Ziele mitteilen und anderen regelmäßig über Ihre Fortschritte und Schwierigkeiten berichten, steigen die Erfolgsaussichten. Das gilt generell für Ziele, und das gilt auch für die Jobsuche.

Tun Sie sich deshalb mit Kommilitoninnen und Kommilitonen zusammen, die ebenfalls vor dem Berufseinstieg stehen. Unterstützen Sie sich gegenseitig. Arbeiten Sie mit einem Partner oder in einer kleinen Arbeitsgruppe zusammen. Treffen Sie sich regelmäßig und berichten Sie über Ihre Fortschritte. Besprechen Sie Schwierigkeiten miteinander, vor denen Sie gerade stehen, und finden Sie gemeinsam Lösungsansätze. Teilen Sie die Ziele miteinander, die Sie bis zum nächsten Treffen erreicht haben wollen. Das schafft Verbindlichkeit.

Beziehen Sie auch Verwandte, Freunde und Ihren Bekanntenkreis in Ihre Jobsuche mit ein. Erzählen Sie, was Sie genau suchen und bitten Sie um Hinweise zu passenden Stellen, Unternehmen oder Kontakten.

8. Nutzen Sie bei Bedarf professionelle Beratung.

Professionelle Karriereberatung ergänzt Ihr Unterstützungssystem. Gezielt genutzt kann Sie Ihnen erhebliche Vorteile bringen. Sie kann Ihnen viel Stress und verschiedene Umwege beim Berufseinstieg ersparen. Professionelle Beratung kann helfen, die Dauer der Jobsuche um einen oder mehrere Monate zu verkürzen und somit für Sie einen finanziellen Vorteil von einigen tausend Euro an Gehalt bedeuten.

Professionelle Beratung bieten Ihnen sowohl die Career Services der Hochschulen als auch viele freie Karriereexperten.

9. Sehen Sie Ihren Berufseinstieg als Lernprojekt.

Der Berufseinstieg ist ein Lernprojekt. Viele Aufgaben, die damit verbunden sind, packen Sie zum ersten Mal an. Gestehen Sie sich den notwendigen Lernprozess zu. Einerseits müssen Sie zwar das Rad nicht neu erfinden und können bewährten Anleitungen folgen. Andererseits ist es aber auch völlig in Ordnung „Fehler“ und Erfahrungen zu machen, aus denen Sie für die Zukunft lernen können.

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Ein Gedanke zu “9 Leitgedanken für den Berufseinstieg

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