Berufseinstieg, Positionierung, Sichtbarkeit

6 Tipps: Schnelle XING-Profil-Optimierung für die Jobsuche

Immer wieder sehe ich XING-Profile von Absolventinnen und Absolventen, bei denen mir nicht klar wird, was die betreffende Person konkret zu bieten hat und welche Ziele sie hat (bzw. was sie genau sucht). Das ist schade, denn wenn das mir so geht, dann geht es potenziellen Arbeitgebern ebenso. Aber in der Regel macht sich kaum jemand die Mühe, bei einem unklaren Profil nachzufragen, weil es meistens genügend Alternativen gibt. Schlimmer noch: Wenn beispielsweise bei „Ich biete“ relevante Stichwörter fehlen, dann wird ein an sich gut passendes Profil bei der Mitgliedersuche gar nicht erst gefunden. Deshalb habe ich die folgenden 6 Tipps zusammengestellt, mit denen Sie Ihr XING-Profil für die Jobsuche optimieren können.

Mit vergleichsweise wenig Aufwand können Sie dafür sorgen, dass Ihr Profil von den richtigen Leuten gefunden wird und durch eine hohe Aussagekraft deren Aufmerksamkeit gewinnt.

1.) Professionelles Bewerbungsfoto verwenden
Diesen ersten Punkt erwähne ich der Vollständigkeit halber. Kein Foto ist bei XING ein absolutes No-Go. Das wissen auch die meisten XING-Mitglieder.
Benutzen Sie aber auch kein privates Foto für Ihr Profilbild. Damit Ihr Profil professionell wirkt, sollten Sie in jedem Fall ein professionelles Bewerbungsfoto verwenden. Früher oder später brauchen Sie es sowieso für Bewerbungen.

2.) Karrierestatus angeben (Meine Karrierewünsche)
Wenn Sie momentan aktiv nach einer Stelle suchen, dann geben Sie hier an: „Ich bin derzeit auf Jobsuche.“ Recruiter nutzen diese Information, um gezielt potenzielle Kandidaten zu identifizieren und ggf. anzusprechen. Sie können zusätzlich festlegen, ob alle XING-Mitglieder oder aber Kontakte und Recruiter oder ausschließlich Recruiter diese Information über Sie bekommen. Wenn Sie nicht wirklich triftige Gründe dagegen haben, sollten Sie den Karrierestatus für alle XING-Mitglieder freigeben. (Je mehr Menschen wissen, dass Sie auf Jobsuche sind, umso mehr hilfreiche Hinweise, Kontaktempfehlungen etc. können Sie erhalten.)

3.) Profilspruch für kurzes Stellengesuch nutzen
Der Profilspruch ist bei XING prominent plaziert. Da er direkt unter den sogenannten Kopfdaten angezeigt wird, sieht man ihn auf den ersten Blick (ohne scrollen zu müssen). Sie können ihn wunderbar verwenden, um ein kurzes Stellengesuch zu veröffentlichen, das Recruitern knapp alle wesentlichen Informationen darüber gibt, wer Sie sind und welche Stelle wann und wo Sie genau suchen. Bei der Formulierung können Sie folgenden Textaufbau verwenden und für Ihre Situation anpassen: “Ich bin Biologin mit Projekt- und Auslandserfahrung und suche eine Einstiegsposition in der Biotechnologie in Nordrhein-Westfalen ab Oktober 2016.”

4.) Bei „Ich biete“ griffige Stichwörter angeben
Während sich der Profilspruch wunderbar eignet, um einen ausformulierten Text zu verwenden, verschlagworten Sie für „Ich biete“ Ihre Kompetenzen. Sie erstellen eine suchmaschinentaugliche Liste von Begriffen. Versetzen Sie sich beim Erstellen dieser Liste in einen potenziellen Arbeitgeber, und fragen Sie sich, nach welchen Begriffen jemand suchen könnte, der Sie finden soll. Welche Stichworte müssen Sie ihm geben? Verwenden Sie Begriffe, die Ihr individuelles Profil konkret umreißen. – Vermeiden Sie dabei Selbstverständlichkeiten und Worthülsen. (Beispielsweise ist ein Begriff wie „Allgemeinwissen“ – den ich immer mal wieder lese – nichtssagend und überflüssig.)

Hier die Stichworte eines angehenden Absolventen:
160805_xing-ich-biete-nichtssagend
Man kann Ihnen leider nicht entnehmen, dass er Chemieingenieurwesen studiert und findet auch keine weiteren Stichworte zu Fachkompetenzen. Er vergibt damit Chancen, von Recruitern gefunden werden, die prinzipiell nach jemandem mit seinem Profil suchen.

Und hier das Beispiel einer Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin, die den Berufseinstieg sucht:
160805_xing-ich-biete-aussagekraeftig
Erkennen Sie den Unterschied? Sie benennt konkrete Kompetenzen: Social Media, … Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, HR-Projekte… Das ist viel aussagekräftiger. Zusätzlich könnte sie noch angeben: Medienwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, außerdem das Kürzel PR als Begriffsvariante.

5.) Bei „Ich suche“ Ihr Stellengesuch verschlagworten
Auch bei „Ich suche“ arbeiten Sie mit Schlagworten. Zerlegen Sie dafür Ihr Stellengesuch in passende Schlüsselbegriffe. Für das Beispiel der Biologin oben könnte dies etwa so aussehen: Biotechnologie, Projektarbeit, Nordrhein-Westfalen, Einstiegsposition, Berufseinstieg, Herausforderung. – Es macht in der Regel Sinn bei verschiedenen Begriffsvarianten alle Varianten aufzuführen, damit Sie gefunden werden – unabhängig davon, welchen Begriff jemand verwendet. Der Begriff „Herausforderung“ ist ein Signalwort für Recruiter, dass Sie auf Jobsuche sind, das Sie deshalb angeben sollten. Dies gilt ebenso für das allgemeine Schlagwort „Berufseinstieg“, damit signalisieren Sie, dass Sie eine Einstiegsposition suchen.

6.) Positionsbeschreibungen möglichst konkret und aussagekräftig verfassen
Damit ein Leser eine deutliche Vorstellung von Ihren Fähigkeiten gewinnen kann, bieten Sie ihm bei den Stationen Ihres Werdeganges jeweils eine kurze Beschreibung: konkrete Benennung der Aufgaben, die Sie hatten, und wenn möglich auch Ergebnisse, die Sie erreicht haben. Eine stichwortartige Aufzählung oder zwei bis drei Sätze genügen in der Regel. Wichtig ist, dass Ihr Leser eine konkrete Vorstellung von Ihrem Werdegang bekommt.
Für die Beschreibung des Studiums gilt: Benennen Sie konkret Schwerpunktthemen, mit denen Sie sich befasst haben. Machen Sie Zeitangaben zu Ihren Studienzeiten. Wenn Ihr Abschluss noch bevorsteht, schätzen Sie den Zeitpunkt und geben Sie ihn konkret an. Daraus kann ein Interessent schließen bis wann Sie vermutlich nicht  bzw. ab wann Sie wahrscheinlich verfügbar sind. Für Recruiter eine wichtige Information.

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zur Gestaltung des XING-Profils für die Jobsuche? Dann nutzen Sie die Kommentarfunktion zu diesem Artikel.

P.S.:

Wenn Sie sich eingehender mit XING für die Jobsuche beschäftigen möchten, kann ich Ihnen dieses kostenlose Ebook vom LVQ Karriere-Blog wärmstens empfehlen.

Und wenn Sie sich bei der Gestaltung Ihres Profils persönlich beraten lassen möchten, finden Sie hier mein Standardangebot zur Profiloptimierung.
Aber Sie können auch meine 15-Minuten-Beratung nutzen, um eine punktuelle Frage zu besprechen.
Gerne mache ich Ihnen auch Vorschläge für eine maßgeschneiderte Beratung, wenn Sie das wünschen. Senden Sie mir einfach eine Nachricht.

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2 Gedanken zu “6 Tipps: Schnelle XING-Profil-Optimierung für die Jobsuche

  1. Marvin schreibt:

    Vielen Dank für den interessanten Überblick.

    Punkt 2 (Karrierestatus angeben) findet sich unter der Rubrik ProJobs.
    Welche Erfahrungen mit diesem kommerziellen Angebot von Xing haben Sie und / oder Ihre Klienten gemacht?

    In der Suche auf Ihrer Seite findet sich bisher nichts. Vielleicht lohnt sich sogar ein eigener Blog-Beitrag 🙂

    Grüße aus NRW

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  2. Um den Karrierestatus anzugeben, benötigt man ProJobs nicht. Als Basis- und Premiummitglied kann man Standardangaben zum Karrierestatus hinterlegen: 1.) ob man auf Jobsuche ist, 2.) wer den Karrierestatus sehen darf und 3.) die Gehaltsvorstellung in vorgegebenen Stufen. Ich empfehle sehr, diese Möglichkeiten zu nutzen.

    Man kann dann zusätzlich ProJobs buchen. XING wirbt damit, dass man dann – unter anderem – schneller gefunden werde und Zugang zu exklusiven Jobangeboten von Headhuntern bekomme. Ich habe selbst keine Erfahrung mit Projobs, da es sich für mich als Freiberufler nicht eignet, und ich kenne auch keine Absolventen, die es einmal ausprobiert hätten. – Nach meiner Erfahrung nutzen höchstens 10 – 20 Prozent aller Absolventen die Premiummitgliedschaft, obwohl diese die Möglichkeiten, XING für den Berufseinstieg zu nutzen, erheblich erweitert und nach meiner Einschätzung ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Ich vermute, dass sich die ProJobs-Nutzung durch Absolventen im Promillebereich befindet.

    Generell denke ich, die zusätzlichen Möglichkeiten von ProJobs bringen Absolventen keine echten Vorteile. ProJobs ist auf Berufserfahrene und Führungskräfte zugeschnitten, die ihre Stelle wechseln möchten und dabei diskret vorgehen wollen oder müssen.

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