Allgemein

Hilfe, ich muss meine Bachelorarbeit schreiben!

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es mir erging, als ich meine eigene Abschlussarbeit schreiben musste. Damals hieß sie bei mir Examensarbeit, und in den 80er-Jahren hatte ich noch keinen Computer zum Erfassen des Textes, und es gab kein Internet zum Recherchieren.

Meine eigene Erfahrung

Aber ansonsten ähnelt meine Erfahrung wohl sehr derjenigen von Studierenden heute: Ich hatte mir ein Thema ausgesucht, das mich sehr interessierte. (Für alle die es genau wissen wollen: Es ging um die Rezeption des sog. Kairos-Dokumentes, mit dem christliche Kirchen in Südafrika ihre Position zur Arpartheid und zur Krise in ihrem Land formulierten und eine weltweite Diskussion anstießen.) Ich hatte einen Professor, mit dem ich gut zusammenarbeiten konnte, und der sich selbst sehr für mein Thema interessierte. Aber das Thema war komplexer als gedacht, die notwendigen Recherchen zogen sich unerwartet in die Länge, zweimal erkrankte ich während der Arbeit an Grippe, und am Schluss stand ich wirklich mit dem Rücken zur Wand.  Alle Möglichkeiten zur Fristverlängerung waren ausgeschöpft, und es sah so aus, als würde ich den unverrückbaren Abgabetermin nicht einhalten können …

Ghostwriter? No!

Ob es damals schon Ghostwriter für Bachelor- und Masterarbeiten gab, weiß ich nicht. Vermutlich schon, aber wahrscheinlich viel schwerer zugänglich als heute. Natürlich war diese Methode schon vor 30 Jahren nicht zu empfehlen, und sie ist es bis heute nicht. Dass Du Dich strafbar machst, wenn Du das Schreiben Deiner Arbeit delegierst, brauche ich Dir wahrscheinlich nicht zu erzählen.

Dossier von Jochen Mai

Was mir aber sicher vor Beginn der Arbeit sehr geholfen hätte, wäre ein Dossier gewesen, wie es Jochen Mai vor zwei Wochen veröffentlicht hat. Er gibt detaillierte Tipps
– zum Timing
– zur Themenfindung
– zur Literatursuche
– zu Umfragen
– zur Gliederung
– und zur Organisation.

Alles sehr fundiert und teilweise auch sehr pfiffig, wie ich finde: „Es kommt häufiger vor, dass Studenten eines Jahr- und Studiengangs ähnliche Themen in ihrer Bachelorarbeit behandeln. Dadurch kommt es zu Konkurrenz oder gar Streitigkeiten um die jeweilige Literatur. Statt sich jedoch gegenseitig zu blockieren, sollten Sie sich mit Ihren Kommilitonen zusammen tun und Recherche-Teams bilden beziehungsweise die Quellen teilen.“

Lesenswert! Schau Dir das Dossier hier selbst an.

Tipps von Luisa Todisco

Heutzutage gibt es auch auf Youtube Unterstützung. 1987 ebenfalls undenkbar. Eine fundierte und unterhaltsame Einführung in Aufbau und Gliederung der Bachelor- und Masterarbeit gibt beispielsweise die frischgebackene Absolventin Luisa Todisco in diesem Video:

(Sie schreibt übrigens regelmäßig auf studierenplus.de zu Themen, die Studenten interessieren. Dort gibt es auch weitere Tipps zur Bachelorarbeit. Außerdem hat sie ihren eigenen Kanal auf Youtube.)

Seriöse Coaches

Und last but not least gibt es heutzutage auch seriöse Coaches, die das Schreiben einer Abschlussarbeit mit legalen Mitteln unterstützen. Ich habe mal exemplarisch nach den Stichworten Coach+Bachelorarbeit gegoogelt und viele Angebote gefunden. Damit ich hier auf ein Beispiel verweisen kann, habe ich willkürlich die Seite Aristolo von Silvio Gerlach genommen. Sie wirkt sehr aufgeräumt und vermittelt mir den Eindruck, dass Kompetenz und Erfahrung dahintersteht. – Über kostenlose Angebote kann man sich dort schon recht schlau machen, und vielleicht reicht das ja bereits Vielen als Unterstützung aus. Wenn nicht, kann man über die kostenlosen Materialien Vertrauen fassen und Kontakt für weitergehende Unterstützung aufnehmen.

Schau Dir bei Bedarf verschiedene Angebote an. Was erfährst Du über die Anbieter und Ihre Leistungen? Werden genügend Kostproben der Expertise geboten, so dass Du einen guten Eindruck gewinnen kannst? Kannst Du Vertrauen fassen? Und wenn Du Kontakt aufnimmst: Werden Deine Fragen zufriedenstellend beantwortet?

Such Dir ruhig Unterstützung für die Thesis, wenn Du sie brauchst. Aber mach es legal, und hinterfrage Angebote kritisch.

Ach ja, wie meine Geschichte 1987 ausging

Als ich den Eindruck hatte, ich würde den unverrückbaren Abgabetermin nicht einhalten können, verfiel ich erst einmal in so etwas wie Schockstarre. In dieser Situation entschied ich mich nach ein, zwei Tagen des Zauderns, einfach mein Bestes zu geben und auszuprobieren, ob ich es vielleicht doch schaffe. Diese Entscheidung war gut, denn sie befreite mich innerlich. Ich konnte entspannt arbeiten, wurde produktiver, und letzten Endes war ich zwar vollkommen geschlaucht, habe aber die Arbeit einen Tag vor Fristablauf eingereicht.

 

 

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