Tag 2: Grundrezept Berufseinstieg

Vor einiger Zeit habe ich sieben Eckpunkte als „Grundrezept Berufseinstieg“ zusammengestellt, weil ich von Studierenden und Absolventen immer wieder allgemein nach Tipps zum Thema gefragt werde. Mit diesen Grundgedanken möchte ich Dir eine ungefähre Vorstellung vermitteln, was mit dem Projekt Jobsuche nach dem Studium auf Dich zukommen wird und worauf Du besonders achten solltest.

Sieben zentrale Tipps für die erfolgreiche Jobsuche

1.) Fang rechtzeitig mit der Jobsuche an. Viele Absolventen unterschätzen, wie lange es dauern kann, eine Stelle zu finden und werden dann davon kalt erwischt. Ich schlage vor, anfangs mit sechs Monaten zu planen.
2.) Mache Dir Dein Ziel klar und schreibe es auf. Auch dieser Punkt wird oft unterschätzt. Aber: Unklare Ziele führen zu unklarem Verhalten und zu diffusen Bewerbungen mit geringen Erfolgsaussichten. Ein klares Ziel ist Voraussetzung für Erfolg.
3.) Lerne, aussagekräftige Bewerbungen zu schreiben. Gute Bewerbungsunterlagen sind der Hebel, wenn Du Dich auf ausgeschriebene Stellen bewirbst. Schwache Bewerbungsunterlagen reduzieren Deine Chancen dramatisch, zu Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden. Übe und verbessere Deine Bewerbungsunterlagen kontinuierlich.
4.) Geh davon aus, dass die Jobsuche mehr oder weniger ein Fulltimejob ist. Eine Stelle zu finden setzt voraus, dass Du aktiv bist.
5.) Versende innerhalb von drei Monaten ungefähr sechzig gezielte Bewerbungen. Absagen gehören zur Jobsuche dazu. Eine Menge Absagen leider. Deshalb verleiht neben der Qualität der Unterlagen die Anzahl Deiner Bewerbungen Deinen Bemühungen die notwendige Durchschlagskraft.
6.) Bereite Dich auf den Bewerbungsblues vor. Zweifel und Motivationskrisen gehören zur Jobsuche dazu. Du kannst mit Ihnen rechnen, auch wenn Du vorher nicht weißt, wann und wie sie sich einstellen. Überlege Dir proaktiv Möglichkeiten, wie Du mit Stimmungstiefs umgehen und diese überwinden kannst.
7.) Lerne aus Deinen Erfahrungen und bleibe dran an der Jobsuche. Letzten Endes ist Deine Ausdauer entscheidend für den Erfolg.

Ich halte dieses „Grundrezept“ nicht für das einzig sinnvolle und schon gar nicht für das einzig mögliche. Aber ich halte es für ein Rezept, mit dem Du gut starten kannst. Und natürlich könnte ich noch weitere Punkte hinzufügen. Ich habe mich aber bewusst auf diese sieben beschränkt, um das Big Picture zu skizzieren.

Auf Einzelheiten werden wir im Verlauf der 14 Tage noch zu sprechen kommen.

Deine Aufgabe für Tag 2:

  1. Lass die sieben Punkte auf Dich wirken:
    Was bemerkst Du bei Dir an Reaktionen?
    Zustimmung? Ablehnung? Verblüffung? Erschrecken? Erleichterung? Widerstand? … Was genau bei welchem Punkt?
    Welche wichtigen Punkte würdest Du für Dich ergänzen?
    Welche Punkte würdest Du bei Deinem Grundrezept weglassen?
    Am besten schreibst Du Dir das kurz auf.
  2. Teile Deine Eindrücke und Erkenntnisse gerne in der XING-Gruppe. Es ist bestimmt spannend und fruchtbar, sich darüber auszutauschen.

[challenge-16-02]

Ein Gedanke zu “Tag 2: Grundrezept Berufseinstieg

  1. 60 Bewerbungen in 3 Monaten

    Diese von mir vorgeschlagene Anzahl an Bewerbungen wurde in der Diskusssion der Xing-Gruppe als erschreckend empfunden. Tatsächlich habe ich sie einmal formuliert, um Leute ein bisschen aufzurütteln, die völlig unterschätzt haben, wieviele Bewerbungen man schreiben muss. – Aber die meisten brauchen dieses Aufrütteln nicht. Meine Berechnung soll Euch helfen vorab einzuschätzen, wieviele Bewerbungen ihr wahrscheinlich braucht, um eine Stelle zu finden, und über welchen Zeitraum ungefähr sich die Phase des Bewerbens erstrecken könnte.

    Hier meine Ergänzungen zur Thematik:

    1.) Warum 60 Bewerbungen? Wie kommt die Zahl zustande?

    Ich möchte mit der Nennung dieser Zahl vor allen Dingen das Bewusstsein dafür fördern, in welchem Umfang Bewerbungen notwendig sind, damit sie zum Joberfolg führen, und über welche Zeiträume wir in etwa sprechen. Vom Arbeitsaufwand her bedeutet das im Schnitt drei Monate lang an jedem Werktag eine Bewerbung zu versenden.

    Von der Erfolgswahrscheinlichkeit her betrachtet, kann man es ziemlich einfach rückwärts rechnen: Ungefähr jedes fünfte Vorstellungsgespräch führt zu einem Arbeitsvertrag. Und jede fünfte bis zehnte Bewerbung führt im Schnitt zu einer Einladung. Demnach ergibt sich also eine Anzahl von ca. 25-50 Bewerbungen. – Meine Zahl 60 geht sicherheitshalber vom ungünstigeren Verhältnis aus und baut zusätzlich noch ein wenig Puffer ein.

    (Diese Zahlen sind übrigens belegt. Das Staufenbiel-Institut hat Anfang 2016 eine Studie dazu veröffentlicht: https://www.staufenbiel-institut.de/fileadmin/fm-dam/PDF/Studien/JobTrendsDeutschland2016-Studie.pdf
    Hier gibt es eine übersichtliche Infografik dazu: https://www.staufenbiel-institut.de/fileadmin/fm-dam/PDF/Studien/Infografik_Bewerben.jpg)

    2.) Zeitraum der Jobsuche (Fulltime-Suche vs. Parttime-Suche)

    Ich gehe von einem Zeitraum von drei Monaten aus, wenn jemand sich fulltime (aber ohne Überstunden!) um die Jobsuche kümmern kann und es schafft, im Schnitt eine Bewerbung pro Tag zu erstellen.

    Wenn jemand nun aber nicht fulltime suchen kann, verlängert sich der Zeitraum der Jobsuche – rein rechnerisch – entsprechend.

    Sagen wir, jemand hat einen Halbtagsjob, um sich finanziell abzusichern, dann halte ich es für klug, mit einer Suchzeit von ungefähr sechs Monaten zu planen.

    Um es auf eine Faustformel für die Planung zu bringen:
    60 / Anzahl möglicher Bewerbungen pro Monat = Suchdauer in Monaten

    3.) Zeitaufwand für die Erstellung einer Bewerbung

    Der Zeitaufwand für das Erstellen von Bewerbungen reduziert sich nach meiner Erfahrung mit zunehmender Übung. Anfangs brauchst Du vielleicht zwei Tage, um eine Bewerbung auszuarbeiten. Nach den ersten zehn Bewerbungen bist Du vielleicht schon bei eineinhalb Tagen, und nach weiteren zehn Bewerbungen bei nur noch einem Tag. Wenn Du richtig in Übung bist, kannst Du wahrscheinlich sogar manchmal eine Bewerbung in nur einem halben Tag fertigstellen.

    Deshalb spreche ich davon, im Schnitt eine Bewerbung pro Tag zu erstellen.

    4.) Wie findet man genügend passende Firmen bzw. Stellenangebote?

    Das ist der eigentlich entscheidende Punkt, um der Anzahl von 60 Bewerbungen ihren Schrecken zu nehmen. Die kurze Antwort lautet: Man braucht dafür geeignete (Recherche-)Strategien. Für eine ausführliche Antwort bitte ich noch um einige Tage Geduld, wir werden uns ausführlich mit Möglichkeiten der Stellenrecherche beschäftigen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s